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Benjamin Schieder

[KENDO] NAGINATA LEHRGANG IN BERLIN

2006 May 15 | 0 comments

Am 13. und 14. Mai habe ich an einem Naginata Lehrgang teilgenommen.

Samstag frueh um 06.30 aufzustehen ist ja schon schlimm genug. Dann in etwas ueber einer Stunde duschen, foenen fruehstuecken und packen und los gehts. Auf dem Weg nach Weissensee noch Carsten abgeholt und dann waren wir mit minimaler Verspaetung in Weissensee.
Das Training begann leicht mit Etikette: Lektion eins: Halten der Naginata.
Mit der rechten Hand auf Huefthoehe wird sie senkrecht zum Boden gehalten, welchen sie auf dem Eck eines gedachten Vierecks um die geschlossenen Beine beruehrt.

Danach die verschiedenen Kamae: Chudan, Gedan, Waki, Jodan und Hasso no kamae. Alles bekannte Begriffe, jedoch war allen schon der regelmaessige Positionswechsel der Haende schon sehr ungewohnt. Nach einigem Ueben jedoch waren auch diese Bewegungen mehr oder wenig vertraut. Auch die Stellung an sich fuehlte sich sehr ungewohnt an, da man seitwaerts zum Gegner steht. Davon abgesehen, dass jede Kamae zwei Moeglichkeiten hat (Hidari no Kamae: linke Schulter zum Gegner, Migi no Kamae: rechte Schulter).

Die Bewegungen aus der Kamae kamen danach dran:

  • Mae - Schritt mit dem vorderen Fuss nach vorne
  • Ato - Schritt mit dem hinteren Fuss nach hinten
  • Hidari - Schritt mit dem linken Fuss in dessen Richtung
    Also aus Hidari Chudan einen Schritt nach 'hinten' (links) und aus Megi Chudan einen Schritt nach 'hinten' (rechts)
  • Migi - Schritt mit dem rechten Fuss in dessen Richtung
    Gegenteil von Hidari
  • Ayumi Ashi - Bewegung nach vorne (Mae) oder hinten (Ato) in vier Schritten, welche der Bewegung 'Volta' aus dem Samba-Tanz aehneln
  • Tsugi Ashi - Sprungbewegung nach vorne (Mae) oder hinten (Ato). Sollte etwa eineinhalb mal so gross sein wie der Fussabstand im Kamae.



Als naechstes kam dann der anstrengende Teil: Suburi, angefangen mit Jogeburi.
Man beginnt aus dem Hidari Chudan no Kamae, schliesst die Beine nach vorne waehrend man die Naginata ueber den Kopf hebt. Nun geht man wieder mit dem rechten Fuss zurueck und laesst die Naginata fallen (etwa bis auf Kniehoehe). Das ganze uebten wir gleich ein paar gefuehlte hundert mal.
Dann das selbe aus dem Migi Chudan no Kamae mit aehnlich vielen Wiederholungen.

Das selbe kam dann fuer Nanameburi, welche aus dem Hasso no Kamae ausgefuehrt wird. Dabei wird nach jedem Schlag die Richtung gewechselt. Man beginnt also mit Hidari Chudan no Kamae, wechselt in Hidari Hasso no Kamae, fuehrt einen Nanameburi aus und geht von dort direkt ins Migi Hasso no Kamae und fuehrt von dort einen Schlag aus, geht ins Hidari Hasso no Kamae und faengt von vorne an. Wiederholungen siehe oben.

Die dritte Suburi war dann Yokoburi (ja, ich habe diese Begriffe nachgeschlagen, ich konnte mir nicht alle merken). Diese Suburi beginnt man im Hidari Waki no Kamae, schliesst die Beine nach vorne und geht dann in einer Drehung mit dem linken Fuss zurueck, schwingt die Naginata dabei aus der Huefte, geht ins Migi Waki no Kamae und fuehrt die Bewegung von der anderen Seite aus aus.

Die vierte Suburi war Nanameburi Shitakara (Intelligenz heisst: Wissen, wo es geschrieben steht!). Diese Uebung aehnelt dem Yokoburi, wird aber nicht parallel zum Boden sondern in einer aufsteigenden Bewegung ausgefuehrt.

Die fuenfte und letzte Subur war Furikaeshi. Dies ist eine 'typische' Naginata Bewegung welche in keinem schlechten Film fehlen darf. Aus dem Hidari Chudan no Kamae geht man mit dem linken Fuss zureck und fuehrt dabei die Naginata mit der Klinge nach unten dicht am Koerper vorbei nach hinten und ueber den Kopf. In dieser Position wird jetzt die Hand gewechselt (rechte Hand zur Klinge), der rechte Fuss nach vorne bewegt und eine schneidende Bewegung bis etwa Kniehoehe ausgefuehrt. Jetzt das selbe auf der anderen Seite.
Die Bewegung soll 'Windmuehlenartig' sein, nicht 'Hubschrauberaehnlich'.

Die Kombination aus jeweils vier Wiederholungen jeder beschriebenen Suburi nennt sich 'Happo-buri'.

Damit war Tag eins beendet und der soziale Teil der Veranstaltung begann in der Osseria (Vorsicht, Alibi-Webseite!).

Tag zwei begann aehnlich wie Tag eins, lediglich waren wir nicht mehr zu elft sondern zu fuenft (auf Schuelerseite).
Es ging los mit ein paar... interessanten Aufwaermuebungen (Mattenschubsen, gegenseitiges ohrfeigen und auf die Fuesse treten). Danach wurde noch einmal das Gelernte vom Vortag wiederholt, bevor wir dazu uebergingen, ein paar Schlaege zu lernen: Men (Kopf) und Sune (Schienbein).

Das groesste Problem fuer mich dabei war das voellige Fehlen des Fumikomi. Nach vielen, vielen, vielen Trainingsstunden bei Miwa-Sensei war es irgendwie unmoeglich, keinen Fumikomi auszufuehren. Von den restlichen Problemen, welche auftreten, wenn man aus ungewohnter Kamae (Hasso) ungewohnte Schlaege (Furiagetesuneute(?)) auf ungewohnte Trefferflaechen (Schienbein) ausfuehren soll, mal ganz zu schweigen.

Nach einer kurzen Verschnaufpause zu Mittag begann dann der gemischte Kampf Ken gegen Naginata.

Das erste, was man dabei ganz schnell lernt, ist: Pass auf dein Schienbein auf!
In der Kendo Chudan no Kamae ist das Schienbein voellig ungeschuetzt der Naginata ausgeliefert. Also: Shinai etwas tiefer halten und man kann leichter abwehren.
Die naechste Lektion: Vergiss, dass Do eine Trefferflaeche ist. Do ist im Kendo schon schwer zu schlagen, doch im Naginatado ist es nahezu unmoeglich, da eine Hand sich mit einem Teil der Naginata immer schuetzend vor dem Do befindet.

Stefan, der gegen Mittag zu uns gestossen ist, hat eine schoene Verteidigung gegen Sune entwickelt: Hochspringen und bei der Landung Men schlagen. Es gibt Videos dazu (sowohl wie man es macht als auch wie man es nicht macht :), seid gespannt).


Alles in allem war dieses Wochenende eine sehr interessante Erfahrung, auch wenn ich mich nicht fuer den Naginatado erwaermen kann.

Bilder und Videos werden folgen.


EOF

Category: blog

Tags: Kendo


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